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Grenzerlebnisorte im Werratal

, © Stadt Bad Sooden-Allendorf Bild vergrößern
Schilder im Grenzmuseum
© Stadt Bad Sooden-Allendorf

Die Werratal-Bewohner bewahren Erinnerungen. Auf verschiedenste Art und Weise erfährt man Hintergründe zum Grenzthema.

Im Werratal erleben Sie Geschichte und Geschichten der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze

  • im Grenzmuseum Schifflersgrund in Asbach-Sickenberg
  • im Dokumentationszentrum in Wanfried
  • per Audio-Guide im Eichsfeld und im Werratal
  • bei Wanderungen auf grenznahen Premiumwegen P4, P5 und P6
     

Ein Besuch im Grenzmuseum Schifflersgrund
wirkt gegen das Vergessen und für das Erinnern und Aufarbeiten. Das Museum liegt nur wenige Kilometer von der Fachwerkstadt Bad Sooden-Allendorf entfernt in Asbach-Sickenbach.
Markant erhebt sich der betongraue Grenzbeobachtungsturm, und über 1,5 km erstreckt sich der erhaltene Teil des ehemaligen Grenzzauns.
Weitere Exponate zeigen Originalstücke des Grenzsignalzauns aus so genanntem Streckmetall, Grenzsicherungsfahrzeuge und ein Grenzhubschrauber.
Ein Teil der Ausstellung erinnert an das tragische Schicksal des DDR-Bürgers Heinz-Josef Große, der am 29. März 1982 mit Hilfe eines Frontladers einen spektakulären Fluchtversuch wagte. Seine Flucht missglückte. Er verblutete vor den Augen westdeutscher Bundesgrenzschutzsoldaten, nachdem Grenzsoldaten der DDR neun Kalaschnikow-Schüsse auf ihn abgefeuert hatten.
Weitere Exponate belegen verzweifelte Fluchtversuche vieler DDR-Bürger, die mit selbst gebauten Mitteln die Grenzanlagen überwinden wollten. Führungen sind auch per Audio-Guide möglich.
Die Vorgeschichte der Grenze wird ebenfalls beleuchtet: wie konnte es dazu kommen, dass Deutschland geteilt wurde?

Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen, Seminaren,
Multimedia-Präsentationen:

Grenzmuseum Schifflersgrund
37318 Asbach-Sickenberg
Tel.: +49 (0)360  8798409
info@grenzmuseum.de
www.grenzmuseum.de

 

Das Dokumentationszentrum zur deutschen Nachkriegsgeschichte in Wanfried
ist in das Heimatmuseum Wanfried integriert und stellt anschaulich die Situation an der früheren innerdeutschen Grenze dar. Besucher erhalten bei sachkundigen Führungen umfassende Informationen über die Teilung Deutschlands, die Grenzöffnung im Jahr 1989 und die Wiedervereinigung der beiden Staaten. In der Bibliothek und im Archiv findet man Literatur, Zeitungsartikel und Diplomarbeiten zu diesen Themen.
Geschichte wird lebendig, wenn alltägliche Grenzgeschichten und tatsächliche, teils dramatische Begebenheiten erzählt werden.
Ein Modell des thüringischen Dorfes Großburschla zeigt die unterschiedlichen Grenzsicherungssysteme der DDR und verdeutlicht die schwierige Lebenslage der dort ansässigen Menschen.
Ausgestellt sind Originalteile der Sicherungsanlagen und interessante Dokumente über das geteilte Deutschland, Videofilme dokumentieren die Grenzhistorie.
Das Wanfrieder Abkommen bezeichnet einen Vertrag über einen Gebietstausch zwischen amerikanischer und sowjetischer Besatzungszone vom 17. September 1945. Verhandelt und unterzeichnet wurde der Vertrag auf dem "Kalkhof" (an heutiger B 249 etwas außerhalb Wanfried). Ein besonderes Exponat ist die original Schreibmaschine, mit der dieser Vertrag aufgesetzt wurde.
Nach der Festlegung der Grenzen der Besatzungszonen Ende Juli 1945 verlief die Nachschublinie der Amerikaner, die Bahnstrecke Bebra–Göttingen, im Raum Neuseesen bis Werleshausen etwa 5,6 Kilometer durch die sowjetische Besatzungszone. Dadurch kam es zu Störungen auf der wichtigen Verbindung zwischen der amerikanischen Besatzungszone in Hessen und der amerikanischen Exklave Bremerhaven. Daher wurde am 17. September 1945 in Wanfried zwischen den Besatzungsmächten eine Grenzkorrektur vereinbart.
Da im Anschluss der Vertragsunterzeichnung je eine Flasche Whisky und Wodka als Symbol der beteiligten Länder den Besitzer wechselten, wurde die Bahnlinie scherzhaft Whisky-Wodka-Linie genannt.


Öffnungszeiten und Gruppenführungen: 
samstags 15-17 Uhr, sonntags 10-12 Uhr
Gruppenführungen (auch englisch/französisch) und weitere Termine nach Vereinbarung mit 
Herrn Eberhardt, Tel.: +49 (0)5655 1312
Herrn Streitenberger, Tel.: +49 (0)5655 1067
 

Der Audio-GrenzGuide
bietet Hörinformationen zu zwölf Stationen deutsch-deutscher Geschichte an Wander- und Radwanderwegen, die im nordhessischen Werratal und im thüringischen Eichsfeld liegen. Fakten, Dokumente, Zeitzeugen und deren Geschichten vermitteln ein lebendiges Bild vom Grenzalltag der Menschen dieser Region.
Die Hörpunkte verweisen auf den Verlauf der Grenze und laden zur Spurensuche ein:
A, A: oberhalb von Werleshausen, nordöstlich von Oberrieden
B: in Werleshausen
C: bei Rimbach
D, E, F: Nähe Scheerenkopf mit Blick auf Lindewerra
G: Teufelskanzel (452 m über NN) mit Blick auf Werraschleife
H, I, J: Stationen am Werratal-Radweg zwischen Lindewerra und Oberrieden
K: Stockmacherdorf Lindewerra

Hier steht der Grenzguide als kostenlose Audiodatei zum Download bereit.


Die Premiumwanderwege P4, P5 und P6 in Grenznähe

sind geschichtsträchtig und landschaftlich reizvoll. Wo vor über 20 Jahren die innerdeutsche Grenze verlief, entwickelte sich das „Grüne Band“, ein Streifen quer durch Deutschland, der zur Heimat botanischer Raritäten wurde:

Der P4 – „Hessische Schweiz“
startet in Meinhard/Hitzelrode und ist ein Weg spektakulärer Ausblicke und seltener Pflanzen (15, 5 km/5 Std.). Er gilt als eine der schönsten Touren Hessens.
Das Gebiet ist Teil des Europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000" und ein wichtiges Bindeglied im Biotopverbund "Grünes Band". Märzenbecher, Waldgoldstern, Seidelbast, Seggenarten, Anemonen, Maiglöckchen und Bärlauch erfreuen den Wanderer im Frühjahr. Auf der Gobert blühen im Sommer Wildkräuter, die seltene Türkenbundlilie, Laserkraut, Tausendgüldenkraut und viele besondere Orchideen. Geologische Besonderheiten sind Wolfstisch, Pferdeloch, Salzfrau, Hörne und Silberklippe.

Der P5 - "Plesse"
startet vom Wanderparkplatz in Wanfried, führt zum Wasserfall Elfengrund und schlängelt sich hinauf zum Aussichtsturm Plesse (9 km/2-3 Std.). Von dort oben erkennen Wanderer bei guter Fernsicht unter anderem die Segelboote auf dem Eschweger Werratalsee.
Der Weg führt durch das 190 ha große Naturschutzgebiet "Plesse-Konstein". Geologische Besonderheiten sind die Plessewand und der wildromantische Wasserfall. Besonderheiten der Pflanzenwelt sind die Blaugrasrasen mit seltenen Pflanzenarten, wie z. B. die Kalkaster. Die Wälder im Naturschutzgebiet sind Streifgebiet der Wildkatze. Auch Wanderfalke und Uhu haben hier ihren Lebensraum. Highlights der Route sind die Fernsicht nach Thüringen, die herrliche Aussicht vom Turm an der Plessewand und der Wasserfall Elfengrund.

Der P6 – „Heldrastein“
startet in Heldra, dem östlichsten Zipfel Hessens. Er führt hinauf auf 503 Meter über NN zum Turm der Einheit und ermöglicht einen Rundblick auf das Grenzgebiet zwischen Hessen und Thüringen (12,8 km/4 Std.).
Der Weg verläuft durch das Wandergebiet Heldra-Treffurt und beeindruckt durch eine mannigfaltige Tier- und Pflanzenwelt und eine herausragende Geologie. Insgesamt ist der mit 451 Höhenmetern ausgestattete Rundkurs ein besonderes Naturerlebnis.
Der Heldrastein mit dem Turm der Einheit ist die Krönung dieser Wanderung – ein fantastischer Aussichtspunkt und ein geschichtsträchtiger Ort deutsch-deutscher Teilung und Wiedervereinigung.

 

Infos/Kontakt

Werratal Tourismus Marketing GmbH
Niederhoner Str. 54
37269 Eschwege
Tel: +49 (0)5651 992 330
Fax: +49 (0)5651 992 339
info@urlaub-werratal.de
www.urlaub-werratal.de

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